Die dritte Auflage von 24 Stunden Potsdam-Havelland findet am Samstag, d. 7. Oktober 2017 statt.

Anmeldungen werden ab 01. Februar 2017 entgegengenommen. Wir haben auch in diesem Jahr ein zeitlich limitiertes Sonderangebot für Frühbucher, mit einem Rabatt von 10% auf den Normalpreis. Näheres hier !
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Nachbetrachtung 2016:

Gelungene zweite Auflage „24 Stunden Potsdam-Havelland“

Da standen Sie nun, stolz und mit leuchtenden Augen, die beiden Männer am Lilienthaldenkmal in Derwitz. Mittlerweile ist es halb elf Uhr abends und stockdunkel, es ist der 8. Oktober. Gerd und Ralf Schönefeld hatten soeben aus mehreren Dutzend Fackeln eine „Landebahn“ am Denkmal imitiert. Im Lichte der Stirnlampe des Fotografen erinnern die beiden ein bisschen an die weltberühmte „Blue Man Group“.  Das Denkmal des Luftfahrtpioniers ist eines der Highlights am Rande der 100-Kilometerwanderung im Rahmen des Großwandertages „24 Stunden Potsdam-Havelland“.  Im Dunkeln und doch voller Strahlkraft.

Ein paar Kilometer weiter, die Mitternachtsstunde ist schon vorbei, illuminierten drei fleißige Damen des Glindower Heimatvereins den Standort des auf dem Fuchsberg gelegenen historischen preußischen Telegrafen am Obstpanoramaweg, der hier in einer Replik als technisches Denkmal steht. Edelgard Baatz und ihre Mitstreiterinnen lassen sich auch von der Mitteilung nicht aus der Ruhe bringen, dass die Wandergruppe die vorhergesagte Zeitankündigung um fast eine halbe Stunde überschreiten wird. „Die Fackeln halten vier Stunden“, meint Baatz trocken und erfreut sich derweilen an dem Anblick, den die glasklare Nacht auf ihren Heimatort im Tal bietet.

Nachts um eins auf Schultzens Siedlerhof in Elisabethhöhe werden die Nachtwandernden von Günter Schultz und seinem Team nicht nur mit einer warmen Suppe und warmen Getränke in einer warmen Stube empfangen, auch die hier zu spürende menschliche Wärme ist bemerkenswert.

Im hell erleuchteten Petzower Waschhaus erwartet sonntagmorgens um vier der Petzower Heimatverein die schon ziemlich dezimierte Gruppe der 100 Kilometer-Wanderer mit Kaffee und vielbejubeltem Kuchen. Die Anstrengungen hinterließen bereits deutliche Spuren und zwangen so manchen zur Aufgabe. Nochmal werden die Blasenpflaster hervorgeholt, wird sich präpariert für die letzten etwa 17 Kilometer. In vielen Augen aber ist schon Hoffnung und Wille erkennbar: Das schaffen wir. Am Ziel kamen letztendlich 47 (von 76 gestarteten) an: Hundert Kilometer gelaufen, vierundzwanzig Stunden auf den Beinen. Hundemüde und kaputt aber überglücklich.    

Viele Ehrenamtliche sind in den Tagen und Stunden vor, während und nach dem achten Oktober mit dabei, dieses außergewöhnliche Wanderereignis zu einem Erlebnis für alle Beteiligten zu machen. Neben den bereits genannten sind das Mitglieder und Freunde des veranstaltenden Petzower Heimatvereins, der Feuerwehr-Fördervereine aus Ferch und Caputh. Der Schwielowsee-Radwegewart Karl-Heinz Haufe lässt sich die Betreuung der 25 Kilometer-Wanderer nicht nehmen, der Lienewitzer Anglerverein stellt sein Heim als Pausenstation zur Verfügung. Doch auch Händler, Gastwirte und Musiker, das Motorschiff „Bismarckhöhe“ und die Caputher Fähre  sind dabei und haben an der Strecke ihren Part.

Wie bereits im Vorjahr erfolgte der Start am Schloss Caputh. Schirmherr Günter Baaske, Minister für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg, kam zur Begrüßung, zusammen mit Schwielowsees Bürgermeisterin Kerstin Hoppe und der Petzower Wanderwartin Petra Rauschenbach die Wanderer auf ihren verschiedenen Kurse zu schicken. Begleitet von viel Applaus und zünftigen Klängen der Potsdamer Dixielandband „Alte Wache“ ging es bei wechselhaftem, zum Teil regnerischen Wetter auf die Kurse von 25, 50 und 100 Kilometern. Mittendrin Bürgermeisterin Hoppe, die sich  den „100ern“ anschloss und gemeinsam mit ihnen die immerhin etwa 45 Kilometer lange Strecke Caputh-Potsdam-Werder bewältigte. Wenn das nicht Symbolik in sich birgt ;-)

Neben der schönen Landschaft rund um den Schwielowsee mit seinen Anliegerorten Caputh, Ferch, Petzow und Geltow erwarteten die Teilnehmer  tiefe Eindrücke aus dem Potsdamer Weltkulturerbe, so die Glienicker Brücke, der Neue Garten, Pfingst-, Ruinen- und Kapellenberg, Sanssouci, das Neue Palais. Der Wissenschaftspark Golm und ein großer Teil des Stadtgebietes von Werder mit seinen ländlichen Ausläufern über Kemnitz, Derwitz, die Glindower Platte mit dem Obstpanoramaweg und Petzow waren weitere Streckenpunkte. Und: alle Wanderer mussten über den Wietkiekenberg, das „alpine Element“ der Tour ! Überhaupt: Wer denkt, das mit dem Wandern im Flachland sei nur halb so schwer wie in den Bergen findet sich zuweilen recht hart auf dem Boden der Tatsachen wieder.  Gehgeschwindigkeiten von 5,3 km/h (100 km), 5,0 km/h (50 km) und ca. 4,5 km/h (25 km) sind durchaus kein Spaziertempo und ambitionierter, als manch einer glaubt. Im Vordergrund steht aber das gemeinsame Erlebnis, die bewusste Wahrnehmung von Natur, Landschaft, Architektur und der Schönheit unserer märkischen Heimat. Darauf ist die gesamte Organisation des Wandertages ausgerichtet. Das hat im vergangenen Jahr hervorragend geklappt und  ein überaus positives Feedback, gerade was  dieses Teamwork von Veranstaltern, Organisatoren und Teilnehmern betrifft, überzeugte die Organisatoren, es in diesem Jahr wieder anzupacken. Schon bald waren alle Plätze für die drei Routen besetzt.

Den Organisatoren liegt viel daran, auf den attraktiven Kursen einen sicheren Streckenablauf zu gewährleisten, für das Wohl der Wanderer zu sorgen und für Aussteiger mit einem Shuttle-Dienst die Möglichkeit der Rückbringung an den Startort zu bieten. Für alle Strecken standen geschulte Wanderleiter mit der nötigen Streckenkenntnis bereit, denen man eigentlich nur hinterhergehen braucht und daher Zeit hat, sich erhobenen Kopfes an der Natur und den vielen Sehenswürdigkeiten am Rande der Strecke zu erfreuen. Steffen und Elke Hercher sowie Heidrun Hahne als Wanderleiter bei den 25ern heimsten wieder viel Lob von 70 Wanderfreunden für ihre originelle Führung ein. Bianka Miltz und Sascha Zingler aus Potsdam führten dreizehn Stunden lang die 50er professionell, sicher und mit nur sehr wenigen Aussteigern über den Kurs samt dunklem Wietkiekenberg.  Den 100er teilten sich wie schon im Vorjahr Isgard Löffler, Erich Dentler, Dirk Krüger und Stefan Rauschenbach. Ihr zuverlässiger Einsatz, der auch an die eigene Leistungsfähigkeit geht, ist nicht hoch genug zu schätzen.     

Im Jahr 2015 wurde erstmalig diese Veranstaltung durchgeführt. Initiatorin und Ideengeberin war die Petzower Wanderführerin Petra Rauschenbach, die schnell von dieser Idee begeisterte Mitstreiter um sich versammeln konnte. Träger als Körperschaft ist der Heimatverein Petzow. Gemeinsam mit Stadt-,Orts- und Gemeindeverwaltungen, mit Touristenämtern, vielen kleinen und großen Unternehmen aus der Region ist es gelungen, das auf die Beine zu stellen, was man sich vorgestellt hatte. Nicht jeder Ansprechpartner war von der Idee überzeugt, es gab Skeptiker und Zauderer wie immer, wenn etwas Neues angefasst wird.  Die Ehrenamtler aus den verschiedenen Gemeinden aber haben es vorgemacht und auch überzeugend gezeigt, dass es möglich ist, über den eigenen Tellerrand hinaus - zusammen - ein Gemeinschafterlebnis der besonderen Art zu schaffen.

In der Leitstelle am Startort und bei den Versorgungsshuttles waren gut eingespielte ehrenamtliche Teams am Werk, um Anmeldung, Verpflegung, Rückholung, Urkundenausgabe zu bewältigen und dabei auch eine Reihe von Sonderwünschen der Teilnehmer zu erfüllen. Zur Überraschung vieler gab es am Ziel für jeden auch ein Gruppenfoto vom Start.

Die „24 Stunden Potsdam-Havelland“ sollten zu einer schönen Tradition in Brandenburg werden. 

Karl-Heinz Friedrich, Vereinsvorsitzender Heimatverein Petzow e.V.

 

 

 

Ick bin  der   Wietkieker ! 

 

Zum 50-Kilometer-Kurs gibt es hier einen Stimmungsbericht: https://www.genusswanderungen.de/24-stunden-potsdam-havelland-unser-rueckblick-auf-die-50-km-wanderung/  
   
   

 

 

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